Geschichte des Wilischlaufs

Das Besondere des Wilischlaufs ist, dass er als Sommerwettbewerb durch einen Dresdner Skiverein veranstaltet wird. 1978 wurde er durch den damaligen Leiter der Sektion Ski bei der BSG Sachsenwerk Dresden, Sportfreund Carl Viehrig, ins Leben gerufen. Selbst engagierter Skilangläufer und begeisterter Teilnehmer an Crosswettbewerben, legte er von Anfang an Wert auf eine anspruchsvolle Streckenführung. Mit ihr wurde das Trainingsgelände des Vereinsnachwuchses im Süden Dresdens mit dem knapp 15 km entfernten Ausflugsziel, dem 472 m hohen Wilischberg, verbunden. Typisch für die damalige Zeit war, dass die lange Strecke ausschließlich für Herren ab AK 18 und die kurze für Damen ab AK 18 ausgeschrieben worden war. So kam es, dass beim ersten Lauf 62 Teilnehmer über die lange Strecke, aber nur 6 über die kurze Distanz (damals 20 km) an den Start gingen. Sieger über 28 km wurde der damals bekannte Langstrecken-Läufer Hans Raschke von Einheit Berliner Bär, während bei den Damen mit Christine Biedermann von der SG Dynamo Zinnwald eine Skiläuferin den Wettbewerb gewann. 1983 wurden auch Jugendliche der AK 16/17 zugelassen, wodurch die Starterzahl weiter anstieg und damals einen neuen Teilnehmerrekord von 251 erreichte.

 

Unmittelbar nach der Wende schied die Sektion Ski aus der BSG Sachsenwerk aus und gründete sich neu unter dem Namen „Skiklub Dresden-Niedersedlitz e.V.“ Sportfreund Viehrig musste aus beruflichen Gründen die Leitung des Wilischlaufs aufgeben. Für ihn sprang Sportfreund Dieter Olsen mit seinen Söhnen Henning und Andreas ein. Ihnen ist es zu verdanken, dass der Wilischlauf die Nachwendezeit relativ unbeschadet überstanden hat. Die Teilnehmerzahl pendelte sich um die 150 ein. Dass sie nicht noch weiter zurückging, liegt sicher daran, dass jetzt sowohl Damen als auch Herren wahlweise über die lange oder kurze Strecke starten durften und auch Schüler als Teilnehmer zugelassen worden sind.

 

Die Entwicklung des Wilischlaufs ist eng mit der Geschichte des Niedersedlitzer Skiklubs verbunden. 2002 meldete sich der Verein mit allen seinen 100 Aktiven im Leichtathletik-Verband Sachsen an. Seit 2008 findet der Start auf dem Gelände des Sächsisch-Böhmischen Bauernmarktes am Schloss Röhrsdorf statt, was dem Lauf zusätzlich noch ein ganz besonderes Ambiente gibt.